Rund um den Rollberg

Des Schockwellenreiters Neuköllner Chroniken

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Die Schillerpromenade

Ein »Wohnpark« der Stadt Rixdorf für Besserverdienende um 1900.

Genezarethkirche, Photo: Gabriele Kantel, 02.06.2003 Während in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts das Rollbergviertel als dicht bebautes Arbeiterwohnviertel schon nahezu fertig gebaut war, wurden auf dem zweiten Schlag des Berglandes noch die Äcker bestellt. Erst mit dem Bebauungsplan der Stadt Rixdorf von 1901 wurde das Straßenraster der Schillerpromenade mit dem Herfurthplatz und den angrenzenden Straßenzügen festgelegt. Ab 1905 setzte die Bebauung richtig ein. Im Gegensatz zum schon damals verrufenem Rollberg wollte man hier ein Wohnquartier schaffen, mit dem man steuerkräftige Bürger aus Berlin zum Umzug nach Rixdorf bewegen wollte.

Zu Beginn des ersten Weltkrieges war die Bebauung weitgehend abgeschlossen, bis auf die Blöcke an der Oderstraße. Hier wurden vom Architekten Bruno Taut, dem Erbauer der Hufeisensiedlung entsprechend den Reformideen der 20er Jahre preiswerte Arbeiterwohnungen geschaffen.

Im zweiten Weltkrieg blieb das Quartier nahezu unzerstört und hat so seinen ursprünglichen Zustand weitestgehend bewahrt. Nur die »Besserverdienenden«, die wohnen schon lange nicht mehr hier -- wozu sicher auch der Lärm des anschließenden Flughafen Tempelhof beigetragen hat. Seit Sommer 1996 schützt eine Erhaltungsverordnung das städtebauliche Ensemble ebenso wie die Mieter und seit 1999 sorgt sich ein Quartiersmanagement um den Erhalt des Kiezes.

Herrfurthplatz, Photo: Gabriele Kantel, 02.06.2003 Mittelstreifen der Schillerpromenade, Photo: Gabriele Kantel. 02.06.2003

Seit dem letzten Jahr ist der Grünstreifen in der Mitte der Promenade wiederhergestellt und lädt tatsächlich wieder zum Promenieren ein.

48 Stunden Neukölln Logo Auch in der Schillerpromenade — genauer in der Gegend um den Herrfurthplatz — werden einige Veranstaltungen zu den 48 Stunden Neukölln stattfinden: So präsentiert Holger Stück im Schillerpalais (Schillerpromenade 4) seine Lieblingsfarben und das Forsthaus Neukölln (Herrfurthplatz 6) bietet »Führungen durch den Jagdgrund Neukölln« an.

Zentrum des Schillerkiezes ist die 1906 gebaute Genezarethkirche. Ehemalige Ingenieruschule für Bauwesen, Photo: Gabriele Kantel, 03.06.2003 Ihren seltsamen Stummelturm erhielt sie erst in den Nachkriegsjahren. Zum Schutze des Flugverkehrs wurde der ursprüngliche spitze Turm abgetragen.

Am südlichen Ende der Schillerpromenade liegt wie ein Querriegel in der Leinestraße die ehemalige Baugewerbeschule (Ingenieurschule für Bauwesen) und heutige Carl-Legien-Oberschule. Bis 1981 war dort die Technische Fachhochschule untergebracht, bis sie — da für die Studenten der Fluglärm unerträglich wurde — in einen Neubau in den Wedding zog. Neuköllner Oberschülern dagegen meinte man den Fluglärm ruhig zumuten zu können.

Quelle: Bezirksamt Neukölln von Berlin: Berlin-Neukölln, seine Geschichte und Denkmale. Rixdorf, Berlin 1999

Artikel vom 6. Juni 2003. Alle Photos: Gabi Kantel. Ein Klick auf die Thumbs öffnet die Photos in einem neuen Fenster.




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