Dieses Gemälde des gebürtigen Tempelhofers und jetzt im Neuköllner Reuterkiez lebenden und arbeitenden Künstlers Carsten Kaufhold zeigt, was uns verlorengeht, wenn das Tempelhofer Feld bebaut wird. Es heißt »Urbane Mobilität IV« und ist aus dem Jahre 2007.
Carsten Kaufhold stellt regelmäßig im Kunstraum t27 in der Thomasstraße 27 in Neukölln aus. Er ist auch über die Grenzen Berlins bekannt. Am 23. Mai 2008 beginnt eine sechswöchige Einzelausstellung im Kunstverein Heidenheim. (Abbildung mit freundlicher Genehmigung des Künstlers)
Wie ich schon (mindestens) einmal erwähnte, bin ich ja eigentlich gegen einen Flughafen mitten in der Stadt. (Eigentlich bin ich überhaupt gegen Flughäfen - ich halte Fliegen für so etwas von ökologisch bedenklich. Und außerdem habe ich Flugangst.
) Aber was der Senat vorhat, macht die Sache nur schlimmer. Gestern hatte die Berliner Zeitung endlich konkrete Zahlen für die Senatspläne vorgelegt: Danach sollen knapp die Hälfte des Tempelhofer Feldes zugebaut werden. Eine der wichtigsten Klimakaltzonen der Berliner Innenstadt wird damit zerstört. Außerdem wird durch die Randbebauung der Bevölkerung die Sicht auf das Tempelhofer Feld (und einen der schönsten Sonnenuntergänge Berlins) genommen und der Zugang erheblich eingeschränkt.
Unter diesen Umständen wirkt die Werbung der Grünen für die Schließung des Flughafens Tempelhof nur zynisch und verlogen: Sie gaukelt uns vor, daß wir nach der Schließung ein grünes Paradies bekämen, statt eines Walls von Gebäuden.
Und wozu das? Damit ein paar grün getünchte Besserverdienende ihren Traum von der ökologisch korrekten, autofreien Eigentumswohnung mitten im Grünen und doch nahe der Innenstadt verwirklichen können? Warum gibt man nicht stattdessen der Neuköllner Bevölkerung ihre Sportplätze und Grünanlagen an der Oderstraße zurück, die sie im Rahmen des Flughafenausbaus verloren hat? Warum stellt man die historische Grünzone zwischen Columbiadamm und Hasenheide nicht wieder her? Warum will man das Tempelhofer Feld überhaupt bebauen, wo der Leerstand an Büro- und Wohnhäusern in Berlin sowieso schon groß ist und man nicht einmal ein Nutzungskonzept für das riesige Flughafengebäude hat? Fragen über Fragen…
Nein, unter diesen Umständen kann es am Sonntag nur heißen: Wir wollen, das alles beim Alten bleibt, denn das Neue wird viel schlimmer. Daher stimme ich — trotz starker ideologischer Bauchschmerzen — für die Beibehaltung des Flugbetriebes. Wenn man dann irgendwann einmal ein vernünftiges Konzept hat, kann man den Traditions-Airport immer noch dichtmachen.
Und da der Senat schon angekündigt hat, das Ergebnis der Volksabstimmung zu ignorieren (soviel zum Demokratieverständnis von Rot-Rot — warum erinnert mich das nur an die rotchinesischen Parlamentssitzungen?), kann es auch nach dem Urnengang nur heißen: Rettet das Tempelhofer Feld und kämpft gegen die Bebauungspläne dort. Ich habe mir zu diesem Behufe schon einmal die Domain Tempelhofer-Feldpost gesichert.
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