Rund um den RollbergDes Schockwellenreiters Neuköllner Chroniken |
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Britz im Regen
Gabi machte heute bei einer gartenhistorischen Führung »Gutspark Britz im Herbst« mit. Der Rundgang bot gartenhistorische Vielfalt auf engem Raum, denn auf der Britzer Feldflur wurden unterschiedliche Gärten angelegt: Der Gutspark mit dem original erhaltenen »Aha«, ein Rosengarten, ein Bauerngarten und die Grünanlagen der Hufeisen-Siedlung. Treffpunkt war der Ausgang der U-Bahnstation Parchimer Allee. Der Rundgang begann an der Hufeisensiedlung, die in sieben Bauabschnitten zwischen 1925 bis 1933 entstand. Sie wurde von Bruno Taut hufeisenförmig um einen Pfuhl herum erbaut, der an der offenen Stelle des Hufeisens — der Glücksstelle — liegt.
Der Name Bruno Taut ist eng mit dem Berliner Siedlungsbau der 20er und 30er Jahre verbunden. Viele Berliner Wohnanlagen tragen seine Handschrift. Bauten an der Weißenseer Buschallee und in Hohenschönhausen, in Treptow, Neukölln und Zehlendorf dokumentieren die Verbindung von Gartenarchitektur und großstädtischen Elementen. Links zur Geschichte der Hufeisensiedlung, zum Begriff Sozialpalast und zur Architektenvereinigung Der Ring, der Bruno Taut angehörte.
Doch die einst friedliche Wohnstadt ist in Aufruhr. Die Wohnungsgenossenschaft will die Häuser einzeln an die Mieter verkaufen, die Mieter dagegen wollen eine Genossenschaft gründen. Der Rundgang ging den Hüsung entlang, zwischen Fennpfuhl und einer Schule vorbei nach Alt-Britz mit Rittergut und Gutspark.
An der Stelle, an der die Baracken der Landarbeiter standen, wurde in den 60ger Jahren ein Rosarium errichtet. Als Schloß Britz wird heute ein ehemaliges Gutshaus mit dazugehörigem Gutspark und Wirtschaftshof bezeichnet. Das 1706 für den Hofmarschall Sigismund von Erlach errichtete Gebäude wurde 1880-83 nach Plänen von Carl Busse im Stil der französischen Renaissance verändert und mit einem Turm ausgestattet.
Kleine Chronik von Schloß Britz. 1924 verkauften die Erben des letzten Gutsherren, des Fabrikanten Wilhelm August Julius Wrede, das Anwesen an die Stadt Berlin, die es nach 1945 zunächst als Kinderheim nutzte. Auf Entschluß des Bezirksamtes Neukölln, das den repräsentativen Bau heute für kulturelle Veranstaltungen wie Ausstellungen oder Lesungen nutzt, wurde 1985-88 eine Renovierung des Gutshauses einschließlich Wirtschaftsgebäuden und Park durchgeführt, die den Zustand von 1883 wiederherstellte. Ein Großteil der originalgetreu rekonstruierten Räumlichkeiten inklusive Mobiliar und Kunsthandwerk sind zu besichtigen. Das Obergeschoß dient als Gästeetage für Besucher aus den Partnerstädten des Bezirks Neukölln. (Quelle)
Der Gutspark Britz weist eine fast dreihundertjährige kontinuierliche Geschichte auf, die sich noch heute an vielen Elementen des Gartens nachvollziehen läßt. (Idee, alle Photos und Links: Gabi) Spaziergang am 22.09.2002 Werbung |
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