Rund um den RollbergDes Schockwellenreiters Neuköllner Chroniken |
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Hilferuf der Neuköllner Rütlischule — Schule ab morgen unter PolizeischutzDie Rütlistraße mit der Manege wurde ja erst vor einigen Monaten zur Jugendstraße ausgerufen. Doch hinter der Kulisse der Rütli-Schule scheint es ganz gewaltig zu brodeln: Das Kollegium der Rütli-Hauptschule bekommt die Gewalt nicht mehr in den Griff und fordert die Auflösung der Schule. In der jetzigen Schule werde »der Intensivtäter zum Vorbild«, heißt es in dem Brandbrief, der ohne Gegenstimmen vom Kollegium abgesegnet und an die Senatsverwaltung für Bildung abgeschickt wurde. Kurzfristig will man wenigstens mehr Lehrer, weniger arabische Schüler und die »tägliche Präsenz« einer Kraft, die bei Krisen eingreift. Denn Krisen gibt es in der Rütli-Schule ständig. Deshalb ist es auch seit zehn Jahren nicht gelungen, den Posten des stellvertretenden Schulleiters zu besetzen. Schulleiterin Brigitte Pick stand allein da. Jetzt ist sie so krank geworden, daß sie nicht zurückkommt. Das Maß ist voll.
Natürlich hat Schulsenator Böger (er kommt ja auch aus dem beschaulichen Steglitz) mit der markanten Sprache eines Reserveoffiziers die Schließung abgelehnt: »Kein Schüler und kein Schulstandort« Berlins dürften aufgegeben werden. Und er erntete sogleich scharfe Kritik der GEW und CDU. Wie zu erwarten, folgte auf den Hilferuf der Lehrer das Kasperle-Theater der Politik. [Update 1]: Gabi hat es sich natürlich nicht nehmen lassen und die Schule heute noch einmal photographiert und dabei festgestellt, daß... Als erste Lösung ist der Politik nur die Polizei eingefallen: Sie sollen vom morgigen Freitag an dafür sorgen, daß keine Waffen ins Gebäude gelangen. Und endlich wurden ein (oder zwei) Sozialarbeiter in Aussicht gestellt, eine Maßnahme, die schon lange gefordert und immer abgelehnt wurde und jetzt vermutlich zu spät kommt. [Update 2]: trotz allem Medien-Hype auch die Rütlistraße den Frühling erwartet. Seit heute früh belagern Medienvertreter die Jugendstraße. Die Schüler reagierten gereizt und warfen Pflastersteine über den Gebäudezaun. [Tagesspiegel, Photos: Gabi, Klick für eine Vergrößerung.] [Noch ein Update]: Tragisch an der Geschichte ist, daß die Rütlischulen auch eine demokratisch-weltliche, antireligiöse Tradition besitzen: Die beiden Rütlischulen waren etwa ab 1920 die ersten von 11 Reformversuchsschulen ohne Religionsunterricht, mit denen Neukölln eine bedeutende Stellung bei der Schulreform der Weimarer Republik einnahm. Hier wurde schon damals versucht, die Schulen zu demokratisieren, sie von konservativen christlichen Einflüssen zu befreien und die Bildungschancen gerechter zu verteilen. Posted by Jörg Kantel | Permalink | | Bettelfete im SchillerkiezDem Schillerpalais geht es schlecht, es lädt daher zu einer Benefizparty für das Schillerpalais am 31.3.2006 (frech aus dem Frame heraus verlinkt): »Wer auch weiterhin legendäre Kulturfeste wie »Nacht und Nebel«, suchtfähige Outdoor-Spektakel auf der Schillerpromenade und fiebrige Vernissagen genießen möchte, sollte auf dieser Party mit garantiert Neuköllner Programm auf jeden Fall sehen und gesehen werden.« Der Beginn ist am 31. März um 20:00 Uhr, der Eintritt ist frei, aber es wird eine »Zwangsspende« in Höhe von 3 T€uro verlangt. Wer also seine drei Minuten Popularität erlangen möchte gehe hin und amüsiere sich. Posted by Jörg Kantel | Permalink | | FrauenversteherDieses Café in der Neuköllner Flughafenstraße hat ein Herz für Frauen... aber keinen Sinn für Rechtschreibung. Posted by Jörg Kantel | Permalink | | Frühling.Sucht.KunstFür die genußvollen Spaziergänge im Vorfrühling bietet das Reuterquartier vom 17. bis 26. März zum 2. Mal mit der Aktion Frühlingserwachen ein interessantes Angebot an Kunst- und Kulturveranstaltungen. KünstlerInnen und Kulturschaffende aus dem Reuterkiez laden AnwohnerInnen und Neukölln-Besucher zum gemeinsamen Frühlingserwachen im Reuterkiez ein. Posted by Gabriele Kantel | Permalink | | Knallhart — wir waren im KinoWie angekündigt waren Petra, Gabi und ich gestern im Kino und haben uns Knallhart (Flash-Alarm!) reingezogen — natürlich im Neuköllner Tal der Wölfe-Kino Karli. Soviel Authentizität muß sein. Und um das Ergebnis vorwegzunehmen: Detlev Buck ist ein recht akzeptabler Kriminalfilm (mit ein wenig sozialkritischen Touch) über die Drogenkurier-Karriere eines 15jährigen Schülers gelungen. Wenn nur die schrecklichen Farben nicht gewesen wären — oder genauer gesagt, das Fehlen von Farbe. Wenn Buck schon nicht den Mut zu schwarz-weiß hat, dann soll er es lassen. Das künstliche Ausblassen des Films führte bei meinen ständigen Kinobegleiterinnen und bei mir zu Augenschmerzen... Aber OK, abgesehen davon ist Detlev Buck ein recht akzeptabler Kriminalfilm gelungen. Das liegt vor allen Dingen an den Darstellern, die bis in die kleinste Nebenrolle eine wunderbare Leistung ablieferten. Allen voran David Kross als Michael Polischka und unerwarteterweise Jenny Elvers-Elbertshagen als Miriam Polischka, die die »Mutter« des Hauptdarstellers mimte. Aber auch Erhan Emre als Hamal und Oktay Özdemir als Erol spielten brilliant mit einem Hauch von Selbstironie, der den Film an einigen Stellen erst erträglich machte. Und was hat der Film nun mit Neukölln zu tun? Eigentlich nichts, denn »abgezogen« werden — wie wir aus der Presse wissen — Schüler auch im vornehmen Zehlendorf und Drogenhändler und Drogenkuriere gibt es eigentlich überall und Kokain ist auch nicht gerade die Neuköllner Modedroge. Neukölln ist nur Kulisse, die eigentlich austauschbar ist (was man auch daran erkennt, daß einige der Szenen in Kreuzberg, Friedrichshain und gar in Hamburg gedreht wurden), sich aber wegen des Images unseres Bezirkes als »Bronx von Berlin« drehbuch- und kriminaltechnisch ganz gut macht. Wir haben uns zumindest gefreut, einige bekannte Kiezgesichter unter den Statisten wiederzuentdecken, und wir hätten uns noch mehr gefreut, wenn der Wiedererkennungseffekt nicht durch die hektische Schnittfolge an einigen Stellen getrübt worden wäre. Aber OK, abgesehen davon ist Detlev Buck ein recht akzeptabler Kriminalfilm gelungen. Beim anschließenden »Besprechungsbier« in unserem verlängerten Wohnzimmer erinnerte sich Gabi daran, wie die Crew letzten Sommer ein wenig arrogant zu Dreharbeiten in Neukölln einfiel und ihr das Photographieren verbieten wollte. Aber Gabi läßt sich so leicht das Photographieren nicht verbieten. Zumindest nicht in »ihrem« Kiez. Aber OK, abgesehen davon ist Detlev Buck ein recht akzeptabler Kriminalfilm gelungen. Für einen netten Videoabend reicht es allemal. Wenn nur die schrecklichen Nichtfarben nicht wären.... Trotzdem: Für den Rest des Sonntags erkläre ich Knallhart zum »Google des Tages«. [Photo: Gabi] Ach ja, ratet mal, was sich hinter der URL Knallhart.de verbirgt. Posted by Jörg Kantel | Permalink | | | Kino Neukölln musikalischSeit gestern bis zum 18. März spielen Neuköllner Musiker in den Neukölln Arcaden. Folgende Künstler treten auf:
Posted by Gabriele Kantel | Permalink | | Tribunal gegen Armut und ElendErwiN, die Erwerbsloseninitiative Neukölln und andere Erwerbsloseninitiativen veranstalten am Donnerstag, den 16.03.06 von 17.30 h bis ca. 19.00 h im Köln-Zimmer des Rathauses Neukölln ein TRIBUNAL gegen ARMUT und ELEND Angeklagt ist die Bundesrepublik Deutschland. Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Altersgruppe 50 +. Es wurden verschiedene Politiker, Zeugen aus Behörden, Betroffene, Versicherungsvertreter und Verteidiger aus der Wirtschaft, sowie Experten eingeladen. Anschließend findet von ca.19.15h - 20.30h ein kritisches Hearing zur Umsetzung von Hartz IV in Berlin statt. ErwiN, Erwerbslosen - Initiative - Neukölln, Richardplatz 16, 12055 Berlin, Tel. und Fax: 030 / 61 35 919, Treff: jeden 2. und 4. Dienstag im Monat, 11-14 Uhr. Posted by Gabriele Kantel | Permalink | | Regenbogen-Grundschule Neukölln: Platz 1 bei SchülerwettbewerbDie Regenbogen-Grundschule hat den ersten Platz unter 2.500 Einsendungen beim Schülerwettbewerb zur politischen Bildung errungen. Die erfolgreiche Klasse 6d besteht zur Hälfte aus türkischen, arabischen, iranischen, kroatischen und mongolischen Kindern. Und sie hatte ein politisches Thema für den Wettbewerb gewählt — inklusive Diskussion um den Karikaturenstreit —, nicht etwa Fußball oder dergleichen. [Quelle: Berliner Zeitung] Posted by Jörg Kantel | Permalink | | Werbung |
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